Jewrovision

Prof. Dr. Solomon Korn

Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main

Korn
Prof. Dr. Solomon Korn

„Jewrovision“ und „Eurovision“ klingen zum Verwechseln ähnlich – der kleine Unterschied: Am Eurovision Song Contest nehmen professionelle Künstler aus über 40 Ländern teil, an der Jewrovision, dem europaweit größten Musikwettbewerb für junge Juden, sind es etwa 1200 Jugendliche aus 65 jüdischen Gemeinden in Deutschland. Dieser in wechselnden Städten ausgetragene Wettbewerb wurde 2002 ins Leben gerufen und wird seit 2013 vom Zentralrat der Juden in Deutschland veranstaltet.

Nach dem Vorbild des Eurovision Song Contest liefern sich die Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren einen Wettbewerb um die beste musikalische Aufführung. Dazu versehen sie bekannte Pop-Songs mit eigenen Texten und entwerfen selbst Kostüme und Choreographien. Eine Jury aus Profis der Showbranche sowie Leitern jüdischer Jugendzentren kürt schließlich die besten Darbietungen.

Bemerkenswert an der Jewrovision ist, dass junge Juden nicht zusammenkommen, um zu „chillen“, zu diskutieren, zu trinken oder sich nur einfach zu amüsieren, sondern um vor allem eine originelle „Performance“ vor einem fast ausnahmslos jüdischen Publikum hinzulegen – mit einem jährlich wechselnden Motto wie zum Beispiel „Back to the roots“, „Love is in the air“ oder „The future is now“.

 

Henryk Broder ist der Überzeugung, dass die Darbietungen der jugendlichen Teilnehmer bei der Jewrovision wesentlich besser sind als die meisten Vorstellungen bei „Deutschland sucht den Superstar“ – ja, dass Dieter Bohlen einige Teilnehmer der Jewrovision zunächst eine Runde weiter befördert und anschließend unter Vertrag genommen hätte. Wie kaum ein anderer Wettbewerb zeigt die Jewrovision eindrucksvoll, dass jüdisches Leben in Deutschland mehr ist als nur Gedenkveranstaltungen, Schweigeminuten oder Kranzniederlegungen. In ihrem Mittelpunkt stehen selbstbewusste Präsentationen, einprägsame Auftritte und das Stärken des Gemeinschaftsgefühls.

Sieger der Jewrovision 2018 war die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main. Daher wird nach den geltenden Regeln der nächste Wettbewerb in der Mainmetropole stattfinden. Austragungsort des größten Musik- und Tanzwettbewerbs jüdischer Jugendzentren in Deutschland ist die Festhalle auf dem Frankfurter Messegelände. Dieser über 15.000 Zuschauer fassende Austragungsort wird der spektakuläre Rahmen für eine unvergessliche Jewrovision in neuer Dimension sein. Herzlich willkommen in Frankfurt am Main!

Prof. Dr. Salomon Korn
Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main